Übungsprogramm bei Verspannungen und Kopfschmerzen
Viele unserer PatientInnen kommen wegen ihrer Kopfschmerzen zu uns. Kopfschmerzen können sehr viele unterschiedliche Ursachen haben und auch Zeichen von ernstzunehmenden Erkrankungen oder sogar Notfällen sein. Jeder erstmalig auftretende Kopfschmerz muss unbedingt ärztlich abgeklärt werden! Nachdem schwerwiegende Ursachen ausgeschlossen wurden, könnte Osteopathie in vielen Fällen helfen.
In den meisten Fällen handelt es sich zum Glück um harmlose Verspannungskopfschmerzen, die sich sehr häufig als helmartiger Druck auf dem ganzen Schädel beschreiben lassen. Besonders unter den vielsitzenden Berufstätigen (z.B. Büro-Job oder Vielfahrer) ist der Spannungskopfschmerz sehr verbreitet. Die unbewehttps://flexikon.doccheck.com/de/Spannungskopfschmerzgten Muskeln des Schulter-Nacken-Bereichs können sich verspannen. Über Faszien sind sie direkt mit der sogenannten Kopfschwarte verbunden, die unseren Schädel tatsächlich wie ein Helm umschließt und auf die sie die Spannung übertragen. Durch die ständige Anspannung und die Bewegungsarmut kann die Durchblutung eingeschränkt und neben vielen weiteren Zellstoffwechsel-Abfallprodukten können auch Schmerzen auslösende Neurotransmitter nicht abtransportiert werden. Außerdem wird ohne Bewegung auch der Gelenksknorpel und die Bandscheiben nicht versorgt, die abwechselnd Druck und Entlastung benötigen, um sich zu ernähren. Langfristig könnte es so zu ungünstigen Voraussetzungen für Bandscheibenvorfälle und Arthrose kommen. Auch die Blutversorgung oder der Abfluss des Blutes aus dem Schädel könnte durch verspannte Muskeln eingeschränkt werden, so dass auch Migräne dadurch entstehen kann.
In der Osteopathie sucht der Therapeut nach diesen Muskelverspannungen und Einschränkungen und versucht diese mit Manuellen Techniken zu regulieren.
Eine einfache und fast überall umzusetzende Übung ist das „Kajakfahren“.
Ziele:
- Muskelspannung reduzieren
- Durchblutung verbessern
- Facettengelenke der Hals- und Brustwirbelsäule, die Wirbel-Rippen-Gelenke und die Schulterblätter ohne Belastung bewegen (dadurch wird die Bildung der Gelenksflüssigkeit angeregt und das Gelenk „geschmiert“)
Durchführung: Ausgangsstellung im Stand, die Füße stehen parallel und ca. schulterbreit nebeneinander
Wenn Sie schon einmal Kajak gefahren sind:
Vollziehen Sie die Bewegung der Arme beim Kajakfahren nach. Dabei können Sie z.B. einen Besenstiel oder einen Stockregenschirm zur Orientierung benutzen.
Wenn Sie noch nie Kajak gefahren sind:
Kreisen Sie die gestreckten Arme so, dass abwechselnd einmal beide Arme links am Körper vorbeiführen (dabei folgt der rechte Arm dem linken) und einmal beide Arme rechts am Körper vorbeiführen (dabei folgt der linke Arm dem rechten).
(Bei der Ausführung rückwärts ist die Armfolge umgekehrt.)
Dabei dreht der Rumpf zwischen Kopf und Becken so frei und so weit wie möglich hin und her.
Wiederholungen:
- 1-2 Minuten vorwärts, 1-2 Minuten rückwärts, kann täglich ausgeführt werden – optimal sind 2-3 x/Woche regelmäßiges Training.
Darauf ist zu achten:
- Bitte nur im schmerzfreien Bereich bewegen! Sollten Sie bei einer Bewegung an eine Schmerzgrenze kommen, stoppen Sie exakt an dieser Grenze und verringern Sie das Bewegungsausmaß.
- Wichtig ist ein fließender, „atmender“ Bewegungscharakter, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Schwung.
- Der Blick bleibt geradeaus auf einen Punkt auf Augenhöhe in mittlerer Entfernung gerichtet.
- Eine Voraussetzung für die Übung ist die uneingeschränkte Beweglichkeit beider Schultergelenke.
Falls nach 3-4 Wochen keine Besserung der Muskelverspannungen und der Beweglichkeit auftritt, sollten Sie einen dafür ausgebildeten Therapeuten oder Osteopathen aufsuchen und eventuelle Blockaden der Wirbelsäule oder Verspannungen der Faszien behandeln lassen.
Bei Fragen oder Behandlungsbedarf stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Beste Grüße, Ihr Andreas Benitez Zabala







